14. März 2009

Postwesen

Posted in Notiz, Wortfeld, Wortliste, 兩字組 um 2:14 pm von krisnawan

in diesem Bereich gab es just drei Wörter, die ich mir in Erinnerung rufen mußte, um einen Satz zu sagen wie „Der Postbote wollte das Paket zustellen“. Ist schon lange her, ein Paket auf chinesisch in Empfang genommen zu haben…

  • 包裹 bāoguŏ, „Paket“
  • 郵差 yóuzhāi, „Postbote“
  • 投遞 tóudì, „zustellen“. Das Wörterbuch kennt noch weitere Wörter hierfür wie 傳送, 運送, 送信

13. März 2009

敷衍 fūyăn

Posted in 聯合動詞式, 兩字組, 四字組, 成語, 日本語 um 11:01 pm von krisnawan

„etwas nachlässig, oberflächlich tun“. Es kann auch bedeuten „jemanden aufziehen, mit wohlklingenden Worten abspeisen“ und ist wahrscheinlich in dieser Bedeutung eine Verkürzung vo 敷衍幾句 fūyănjĭjù.Im Japanischen gibt es dieses Wort auch als fuen, wird jedoch in der Regel entweder 敷衍 oder 敷延 geschrieben. Es hat allerdings im Gegensatz zum chinesischen Wort, das eine Bedeutungsverschlechterung durchgemacht hat, die ursprüngliche neutrale Bedeutung bewahrt und bedeutet so viel wie „ausbreiten, (eine Erläuterung o.ä.) ausführen“.

Es gibt noch zwei Chengyu mit 敷衍, die eine ähnliche Bedeutung haben: 敷衍了事 fūyănliăoshì und 敷衍塞責 fūyănsèzé. 了事 bedeutet „eine Sache abschließen“ und 塞責 „eine Aufgabe halbherzig ausführen“, insofern bezieht sich das erste Chengyu (aus der Qing-Zeit) eher auf Handlungen im allgemeinen und das zweite (aus Maos Schriften) eher auf Aufgaben oder Pflichten.

(再) + Adj + 不過

Posted in Grammatik, Notiz, Pattern, 兩字組 um 10:45 pm von krisnawan

不過 an ein Adjektiv hintangefügt,  bedeutet dies soviel wie „äußerst“. Oft geht noch ein 再 voran: 那就再好不過! Das könnte ja nicht besser sein! Hervorragend.

罄竹難書 Qìngzhúnánshū

Posted in 聯合動詞式, Politik, Redewendung, 兩字組, 四字組, 成語 um 9:47 pm von krisnawan

Eines meiner Chengyu-Lehrbücher hat eine Anekdote davon, wie sich Politiker durch die falsche Verwendung von Chengyu zum Narren machen können. Der ehemalige Präsident von Taiwan, der jetzt kürzlich in Ungnade gefallene Chen Shui-bian, nahm 2006 an einer Freiwilligenaktion teil, bei der er die anwesenden freiwilligen Helfer loben wollte, daß deren Arbeit 罄竹難書 qìngzhúnánshū sei. Er wollte damit ausdrücken, daß der gesellschaftliche Beitrag, den Freiwillige leisten, enorm sei, löste durch seine Wortwahl aber eine sprachliche Kontroverse aus. Sehen wir uns das Chengyu genauer an: 罄 qìng: erschöpfen; 竹 zhú: Bambus, hier zum Schreiben verwendete Bambusstreifen; 難 nán: schwierig; 書 shū: schreiben, in etwa also „selbst wenn man alle Bambusstreifen verwendet, reicht dies zum Schreiben nicht aus“. Chen wollte damit ausdrücken, daß die Leistungen der Freiwilligen so unbeschreiblich groß waren. Allerdings wurde von Sprachkritikern darauf hingewiesen, daß dieses Chengyu aus der Tang-Zeit aus einem Kontext stammt, in denen es um Straftaten eines Kriminellen geht, die so zahlreich  waren, daß man alle Bambusstreifen vollschreiben könnte und dennoch nicht fertig würde… Es gibt ja im Deutschen eine sehr ähnliche Redewendung „das geht auf keine Kuhhaut“, das ja auch nur für negative Leistungen verwendet werden kann. Laut Wikipedia soll dies aus der Antike stammen:

Das geht auf keine Kuhhaut — Übertreibender Ausdruck (Hyperbel) der Empörung, der besagen will, dass über eine bestimmte Sache oder Person so viel Empörendes zu berichten wäre, dass zur Niederschrift nicht einmal eine Kuhhaut ausreichen würde. Pergament wird aus den Häuten von Schafen hergestellt, „Kuhhaut“ bezeichnet insofern ein zwar nicht real übliches, aber als besonders groß vorzustellendes Beschreibmaterial. Eine andere Erklärung besagt, dass die Redensart auf die Gründung der Stadt Karthago zurückgeht, als die Königin Dido sich soviel Land erbat, wie sie mit einer Kuhhaut umschließen konnte. Nachdem sie die Zusage hatte, zerschnitt sie die Haut in dünne Streifen, die aneinandergelegt ein riesiges Gebiet umschlossen.

Was die Lehrbuchschreiber mit ihrer Anekdote sagen wollen ist, daß bei der Verwendung von Chengyu auch die Konnotation wichtig ist und geben dann auf den folgenden Seiten eine lange Liste von Chengyu mit jeweils positiver, negativer und neutraler Konnotation für verschiedene Situationen.

Als Beispiel werden z.B. 標新立異 biāoxīnlìyì und 獨樹一幟 dúshùyīzhì genannt. Beiden ist gemein, daß sie eine Situation bezeichnen, in der man eine neue Perspektive verfolgt. Ersteres hat aber insofern eine negative Konnotation, daß dies mit der Absicht geschieht, sich von der Masse abzuheben. Letzteres hat eine positive Konnotation, da dies beinhaltet, daß es sich um einen originellen Standpunkt handelt, anhand dessen man z.B. eine neue Denkschule oder Tradition begründen kann (自成一家 zìchéngyījiā).

Tabu

Posted in Übersetzung, Polysemie, 兩字組, 四字組, 成語, 日本語, 主謂式 um 6:24 pm von krisnawan

Wieder das Problem, das man häufig im Chinesischen hat. Während quasi alle Welt das aus dem Malaiischen entlehnte Wort „Tabu“ verwendet, geht dies im Chinesischen ja nicht so ohne weiteres. Hier wird das Wort 禁忌 jìnjì verwendet (Japanischen wird durchaus auch 禁忌 kinki verwendet, wobei man aber sagen muß, daß wie im Rest der Welt auch タブー tabū verwendet wird, und wie ich denke, sogar häufiger als 禁忌). Dies bezeichnet in der Regel die großen gesellschaftlichen Tabus, wie z.B. die zahlreichen Tabus während des 7. Monat im chinesischen Mondkalender angewandt werden, der auch unter dem Namen „Teufelsmonat“ 鬼月 guĭyuè firmiert, und während dessen traditionellerweise wichtige Vorhaben wie Hochzeiten, Beerdigungen, Umzüge etc. tabu sind.

Nun gibt es ein weiteres Wort im Chinesischen, das ebenfalls mit „Tabu“ übersetzt wird, 忌諱 jìhuì, welches aber eine etwas andere Bedeutung hat da es sich auf eher kleinere, durchaus auch persönliche Tabus beziehen kann. Anders als 禁忌 kann dies auch als Verb im Sinne von „zuwider sein, tabu sein“ benutzt werden, wie z.B. in einem Satz wie 朋友之間最忌諱借錢 „zwischen Freunden ist Geldverleihen tabu“, oder auch  „我很忌諱別人擅自用我的電腦„, „mir ist zuwider, daß jemand ohne zu fragen (擅自 shànzì „ohne Autorisierung“) meinen Computer benutzt“.

Und es gibt natürlich, wie sollte es nicht anders sein, ein 成語 aus der Qing-Zeit, das das Wort 禁忌 enthält: 百無禁忌 băiwújìnjì. Die 100 steht hier für „alles“ i.S.v. „was auch immer“. Es bedeutet also wörtlich „was auch immer, es gibt keine Tabus, es gibt nichts einzuwenden“. Die Quelle belegt die obigen Ausführungen eindrucksvoll: „什么都不忌讳“, obwohl im Chengyu selbst ja 禁忌 verwendet wird, kann dies eben nicht als Verb in der modernen Sprache verwendet werden.

憂鬱 yōuyù

Posted in Schriftreform, 兩字組 um 3:41 am von krisnawan

bezeichnet eine negative Empfindung, in etwa „niedergeschlagen, deprimiert, melancholisch“. Dieses Wort sieht in vereinfachten Schriftzeichen ziemlich anders aus, allerdings ergibt es Sinn, wenn man die Aussprache kennt: 忧郁. Es gibt noch ein Wort, das im Chinesischen „depressiv“ bedeutet, 沮喪 jŭsàng.

9. März 2009

操場 cāochăng

Posted in Notiz, 兩字組 um 3:35 pm von krisnawan

„Spielplatz“. Manchmal sind es ganz alltägliche Wörter, mit denen man noch nicht vertraut ist…

8. März 2009

狂歡 kuánghuān

Posted in 聯合動詞式, 兩字組, 四字組, 成語 um 9:07 pm von krisnawan

„ausgiebig feiern“. Und dann gibt es noch ein 成語, das in dieselbe Richtung geht: 尋歡作樂 xún huān zuò lè, was soviel wie „das Vergnügen suchen“ bedeutet (aus der Qing-Zeit, s. Wörterbuch)

屠宰 túzăi

Posted in Notiz, 兩字組 um 6:11 am von krisnawan

„schlachten“, wie in Tiere schlachten. Ein Schlachthaus ist 屠宰場 túzăichăng.

3. März 2009

園林 yuánlín

Posted in Synonymie, 兩字組 um 8:55 am von krisnawan

„Garten, Park, vlt. auch Garten-Park“. Vielleicht liegt’s an meinem Wörterbuch, aber in dem stand das Wort nicht drin. Ich vermute mal, daß die Abgrenzung zu 公園 gōngyuán darin liegt, daß es sich bei diesem um einen formalen Park, also einen Stadtpark etwa handelt, und bei 庭園 tíngyuán es sich mehr um eine Gartenanlage handelt, die nicht unbedingt Bäume haben muß, aber auch kann…. Ansonsten gibt es noch 花園,果園, wenn dort entsprechend etwas angebaut wird. Wenn es um ein Privathaus geht, kann man auch den Hofcharakter unterstreichen ein Wort wie 庭院 tíngyuàn verwenden.

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