16. Oktober 2009

Amnestie und Begnadigung

Posted in Synonymie um 11:20 am von krisnawan

In vielen Ländern traditionell dem Staatsoberhaupt vorbehalten. Das Verb ist 赦免 shèmiǎn, 大赦 dàshè bezieht sich auf eine allgemeine Amnestie, eine Generalamnestie also, und  特赦 tèshè auf eine individuelle Begnadigung.

Artikel von der Liberty Times.

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11. Juli 2009

Eine Prise Psychoanalyse…

Posted in Synonymie, 日本語 um 8:58 pm von krisnawan

… liegt in der Luft mit diesem Beitrag, es soll hier um die Begriffe das Unbewußte und das Unterbewußte gehen. Im Englischen heißen die Begriffe entsprechend unconscious und subconscious, wobei beim Englischen ersteres auch bewußtlos bedeuten kann. In den Schriften Freuds scheint ausschließlich der Begriff Unbewußt(sein) / unconscious(ness) verwendet zu werden, so daß die Anhänger der Psychoanalyse dem in der Umgangssprache ziemlich gebräuchlichen Begriff des Unterbewußtseins/subconsciousness ablehnend gegenüberstehen.

Auf japanisch heißen die Begriffe jeweils 潜在意識 senzai-ishiki und 無意識 muishiki. Auf chinesisch ist ersteres entweder 潛意識 qiányìshì oder  下意識 xiàyìzhì, letzteres identisch mit dem japanischen 無意識 wúyìshì. Ob die Begriffsdebatte in diesen Sprachen auch so erbittert geführt wird, soll dahingestellt bleiben.

Gegner oder Partner – 對方, 對手, 對象

Posted in Synonymie, 兩字組 um 4:53 pm von krisnawan

Es gibt drei in ihrer Bedeutung ziemlich ähnliche Wörter mit 對- duì-, die mir immer Probleme bereiten:   

  • 對方 duìfāng: „Gegenseite“: dies ist ein relativ allgemeiner Ausdruck und kann sich auf ein Verhältnis von zwei Seiten jeder Art beziehen. Dies kann von der Romanze über Geschäftspartner bis zu Feindschaften gehen, je nach Situation. Z.B. in einem Satz wie dem folgenden: „戀愛中的男女很少介意對方的缺點“ „Verliebte stören sich selten an den Fehlern ihrer Partner“.
  • 對手 duìshǒu: „Gegner“: dies ist ein Ausdruck, der eine Wettbewerbssituation beschreibt, wie sie im Sport üblich ist, und auch im übertragenen Sinne gebraucht werden kann. Als feststehender Ausdruck kann die Fügung „不是對手“ im Sinne von „dies ist kein (ernstzunehmender) Gegner“ betrachtet werden.
  • 對象 duìxiàng: „Gegenstand, Partner“: zunächst bedeutet dieses Wort „Objekt, Gegenstand“ im Sinne von „Forschungsobjekt“ etc., kann aber auch im Sinne von „Objekt der Begierde“ gebraucht werden und sich auf einen Partner beziehen. Dies ist jedoch keine übliche Ausdrucksweise, da es sich hier um einseitige Perspektive handelt, und zwar nicht „einseitig“ im Sinne von unerwiderter Liebe, sondern daß anders als bei 對方 nicht beide Seiten gemeint sind, sondern der Schwerpunkt eben nur auf eine Seite gerichtet ist. D.h., 對象 kann in Situationen verwendet werden, wo z.B. Mütter Heiratspartner für ihre Kinder suchen, oder auch wenn jemand Avancen abwehren will mit dem Hinweis „我有對象了“ „ich habe da jemanden“, denn hier geht es nicht um die beiden Partner, sondern nur, daß eben der eine schon „besetzt“ ist.    (Deswegen würde auch der oben angeführte Satz „戀愛中的男女很少介意對方的缺點“ „Verliebte stören sich selten an den Fehlern ihrer Partner“ mit 對象 anstelle von 對方 nicht gut klingen, da in dem Satz Gegenseitigkeit mitschwingt.)

10. April 2009

Ginkgo

Posted in Übersetzung, Fehler, Interferenz, Synonymie, 兩字組, 日本語 um 11:49 pm von krisnawan

Auf einer ziemlich interessanten Webseite mit vielen Beiträgen zu sprachlichen Themen fiel mir etwas sehr Interessantes auf: das Wort für Ginkgo ist aus dem Japanischen ins Englische bzw. Deutsche entlehnt worden, doch gibt es im Japanischen kein Wort mit dieser Bedeutung, das von der Aussprache her in irgendeiner Weise hieran erinnert. Das Wort für Ginkgo im Japanischen wird nämlich 銀杏 „silberne Aprikose“ geschrieben, jedoch auf zweierlei Weise ausgesprochen: ichō für den Ginkgo-Baum, und ginnan für die Ginkgo-Frucht. Es handelt sich offensichtlich um einen Lesefehler, denn das Zeichen 銀 wird in der Tat im Japanischen gin ausgesprochen (yín im Chinesischen), und 杏 sieht dem Zeichen 古 ko „alt“ ziemlich ähnlich. Allerdings führt dies irre, die japanische Aussprache ist nämlich an, und im Chinesischen entsprechend xìng. Im Japanischen wäre dann eine Aussprache gin’an zu erwarten, aber in einem 連星 renjo genannten phonologischen Prozeß tritt bei einem bei einer auf Vokal anlautender, direkt einem silbenfinalen Nasal folgender Silbe ein zusätzliches n auf: ginnan (dasselbe Prinzip steckt hinter dem Wort 天皇 (eigentlich 天王), welches ten’ō erwarten ließe, tatsächlich aber tennō ergibt).

Was aber mit ichō? Hierbei handelt es sich um eine Aussprache, die mit den Schriftzeichen überhaupt nichts zu tun hat. Eine weitere Bezeichnung für Ginkgo im Chinesischen neben 銀杏 yínxìng ist  鴨腳 yājiǎo „Entenfuß“, welche aber eher zur Ming-Zeit gebräuchlich gewesen ist. Das japanische Wort ist eine Entlehnung hiervon, die sich an der damaligen konkreten Aussprache orientiert (wie 餃子 gyōza) und nicht an der japanischen Leseaussprache, die in diesem Fall ōkyaku wäre. Später wurde dieses Wort volksetymologisch als 一葉 ichiyō erklärt, aber schließlich mit der Schriftzeichenkombination für ginnan, eben 銀杏, geschrieben. Insofern ist es kein Wunder, daß bei der Entlehnung in die europäische Sprachen solche Übertragungsfehler passierten, die Situation im Japanischen ist ja schon unglaublich verworren.

Im Chinesischen gibt es noch weitere, seltener gebrauchte Bezeichnungen: 「白果」、「佛指甲」﹑「公孫樹」.

19. März 2009

Memoiren

Posted in Übersetzung, Synonymie, 兩字組, 日本語 um 5:47 am von krisnawan

Auf Japanisch ist das 回想録 kaisōroku oder 回顧録 kaikoroku. Auf chinesisch jedoch 回憶錄 huíyìlù. Biographien bzw. Autobiographien werden im Japanischen und Chinesischen mit den gleichen Zeichen bezeichnet, 伝記 denki/傳記 zhuànjì bzw. 自伝 jiden/自傳 zìzhuàn.

16. März 2009

Lagerfeuer

Posted in Übersetzung, Regionale Unterschiede, Synonymie, 兩字組 um 1:13 pm von krisnawan

Dafür scheint es zwei Wörter zu geben, 篝火 gōuhuǒ und 營火yínghuǒ. Ersteres scheint eher in China gebräuchlich und letzteres in Taiwan.

15. März 2009

obszön

Posted in Übersetzung, Synonymie, 兩字組 um 7:45 pm von krisnawan

das Wörterbuch kennt zwei Wörter: 猥褻 wěixiè und 淫穢 yínhuì. Nicht ganz klar, ob es hier besondere Unterschiede in Bedeutung und Verwendung gibt.

3. März 2009

園林 yuánlín

Posted in Synonymie, 兩字組 um 8:55 am von krisnawan

„Garten, Park, vlt. auch Garten-Park“. Vielleicht liegt’s an meinem Wörterbuch, aber in dem stand das Wort nicht drin. Ich vermute mal, daß die Abgrenzung zu 公園 gōngyuán darin liegt, daß es sich bei diesem um einen formalen Park, also einen Stadtpark etwa handelt, und bei 庭園 tíngyuán es sich mehr um eine Gartenanlage handelt, die nicht unbedingt Bäume haben muß, aber auch kann…. Ansonsten gibt es noch 花園,果園, wenn dort entsprechend etwas angebaut wird. Wenn es um ein Privathaus geht, kann man auch den Hofcharakter unterstreichen ein Wort wie 庭院 tíngyuàn verwenden.